Crowdsourcing in der Werbung


“Die Wiki-Fizierung der Kreation” lautet ein aktueller Beitrag im off the record blog des Marketing Fachmagazins Horizont und läutet einen Artikel ein, der morgen in der Printausgabe erscheinen wird.

Redakteur Olaf Kolbrück siniert auf differenzierende Weise darüber,

“…dass Versuche wie Openad, Holotof oder auch VOdA, dem unter anderem von Hannes Treichl und Matias Roskos auf der Basis der Community Visual Orgasm aus der Taufe gehobenen Netzwerk, bei Cannes-Königen und Nagel-Trägern auf wenig Gegenliebe oder ein müdes Lächeln stoßen.”

Zumindest was VOdA betrifft, so maßen wir uns nicht an eine Werbeagentur zu sein, geschweige solche Agenturen ablösen zu wollen. Vielmehr geht es darum, schlummerndes oder (noch) unentdecktes Kreativpotenzial zu Tage zu bringen, Talente zu vernetzen und zu fördern, und Schnittstelle zu Unternehmen zu sein. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und Werbung ist nur eine Einsatzmöglichkeit.

Nicht ganz nachvollziehbar ist für uns ein Kommentar von Martin Oetting, der Crowdsourcing auf die Durchführung von Contests reduziert:

“Anders als ein Eintrag bei der Wikipedia, an dem viele schreiben und ihn dadurch dank vieler Details und steigender Ausgewogenheit gemeinsam besser machen können, geht so etwas bei der kreativen Erstellung von Werbekonzepten ja nicht. Denn diese entstehen nicht in der Zusammenarbeit in der Community. Ganz im Gegenteil sind es ja meistens lauter Einzelkämpfer, die gegeneinander antreten. Streng genommen können solche Projekte also auch überhaupt nicht vom Faktor Wisdom of the Crowds profitieren.”

Werden nicht auch in Agenturen Konzepte gemeinsam entwickelt? Und warum soll das virtuell nicht funktionieren? Design Contests sind nur eine (derzeit bei unseren Kunden sehr beliebte) Form, kreative Menschen zusammenzubringen, sich mit ihren Ideen und Vorschlägen gegenseitig zu befruchten und aus immer gleichen Gedankengängen auszubrechen. Zudem entscheidet am Ende des Prozesses nicht ein allwissender Übermensch über das Ergebnis, sondern eben eine Community die unterschiedlichste Sichtweisen einbringt.

Auch für uns sind Contests nur der erste Schritt auf einem Weg, verschiedene Bausteine für Community- und Crowdsourcing anzubieten – und ganz sicher sind sie nicht der Weisheit erster Schluss. So arbeiten derzeit in einem geschlossenen Projekt ausgewählte Mitglieder unserer Community abseits des oben zitierten Einzelkämpfertums an Designentwürfen für eine Produktverpackung.

Lesenswert ist auch die Diskussion zum Beitrag bei off the record. So meint dort beispielsweise Werbefachmann Bernd Röthlingshöfer:

“Ein Marke entsteht nicht am Schreibtisch der Unternehmer und Agenturen, sondern in den Köpfen der Verbraucher. Und die wissen oftmals mehr von der Markenpflege als die Jobhopper in den Marketingabteilungen und Chefsesseln.”

Worte denen wir kaum noch etwas hinzuzufügen haben, außer dem Hinweis, dass wir bereits mit sehr interessierten (und renommierten!) Agenturen in Kontakt sind, die die Chancen unseres Community-Sourcings erkannt haben, mit denen wir für alle Seiten befruchtende Diskussionen führen und wo von müdem Lächeln keine Spur ist.

Danke an den Horizont und an Olaf Kolbrück für das Aufgreifen des Themas und die angenehme Zusammenarbeit im Rahmen der Recherchen zum Beitrag!

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